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ARCHIV | 2006

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Welt – Kultur – Erbe

Eröffnung:
29.08.2006, 18.00 Uhr

Laufzeit:
30. August bis 30. Oktober 2006

Ort:
Dussmann das KulturKaufhaus, Friedrichstraße 90, 10 117 Berlin

HAAB HAMM

Die Ausstellung im Berliner KulturKaufhaus Dussmann möchte an die folgenschwere Brandnacht vom 2. September 2004 erinnern, in der sich im Stammgebäude (Grünes Schloß) der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar ein verheerendes Feuer ausgebreitet hat. Die fotografischen Arbeiten, unter anderem von Manfred Hamm, Berlin, sollen über den Wiederaufbau des historischen Gebäudes, das zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört, informieren und das kulturelle Weltgedächtnis wachhalten:

Durch die Zerstörung der beiden oberen Stockwerke wurden 50.000 Bücher vernichtet und 62.000 beschädigt. Zu den Totalverlusten zählt die wertvolle Musikaliensammlung von Anna Amalia und Maria Pawlowna, die über 700 Notenhandschriften und 2100 Musikdrucke umfaßte. Glanzstück des historischen Baus war der dreigeschossige Rokokosaal (1766) mit seinem zwei Galerien umfassenden Bibliotheksraum und der Vielfalt an Kunstwerken. Nach umfangreicher Sanierung soll das Gebäude im Herbst 2007 wiedereröffnet werden: Als Zentrum für das alte Buch wird es optimale Bedingungen für die wissenschaftliche Arbeit bieten, aber auch für Besichtigungen geöffnet sein.

Im Rahmen der Ausstellungseröffnung liest Michael Knoche, Direktor der Herzogin Anna Amalia Bibliothek, aus seinem Buch Die Bibliothek brennt. Ein Bericht aus Weimar. (Wallstein 2006).
Das Gespräch führt Thedel von Wallmoden, Wallstein Verlag Göttingen.
Mo–Sa, 10–22 Uhr
Eintritt Frei

Fotografie: Manfred Hamm Rokokosaal 09/04

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Benefizkonzert für die Anna Amalia Bibliothek

Termin:
21.9.2006, 20:00 Uhr

Ort:
Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie

Mitwirkende:
Christine Schäfer – Sopran
Eric Schneider – Klavier
Georg Faust – Cello
Jörg Widmann – Klarinette
Leslie Malton – Rezitation

Programm:
· Ludwig van Beethoven: Sonate E-Dur op.109
· Rezitation
· Franz Schubert: Goethelieder
PAUSE
· Franz Schubert: Der Hirt auf dem Felsen
· Rezitation
· Ludwig van Beethoven: Trio für Klarinette, Cello und Klavier op.11 (Gassenhauer-Trio)
(Änderungen vorbehalten)

Das Konzert wird in enger Zusammenarbeit mit der Klassik Stiftung Weimar / der Herzogin Anna Amalia Bibliothek und der Landesvertretung Thüringen organisiert. Die Künstler erhalten kein Honorar, die Stiftung Berliner Philharmoniker stellt den Saal kostenlos zur Verfügung; [pk] Vertriebskommunikation und Dussmann - Das KulturKaufhaus organisieren ehrenamtlich. Viele Sachleistungen werden gesponsert (Drucke, Hotels etc.), so dass der größte Teil der Einnahmen als Spende an die Herzogin Anna Amalia Bibliothek gehen kann.

Christine Schäfer ist auf allen internationalen Bühnen zu Hause. Diesen Sommer hat sie bei den Salzburger Festspielen als Cherubino Triumphe gefeiert.

Georg Faust der bekannte und gefeierte 1. Solocellist der Berliner Philharmoniker ist auch bekannt als Mitglied der „12 Cellisten“.

Eric Schneider anerkannter und gefragter Liedbegleiter in allen großen Konzertsälen der Welt, ist nun endlich auch als Solist zu hören.

Jörg Widmann bekannt und berühmt nicht nur für sein Klarinettenspiel, sondern auch als Komponist, wurde mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt.

Leslie Malton, gebürtige Amerikanerin, ist begehrte und viel beschäftigte Schauspielerin, die ebenso gerne vor der Kamera wie auf der Bühne steht.

DUSSMANN
Dussmann – Das Kulturkaufhaus

PK Petr Kleimeier
Peter Kleimeier
[pk] Vertriebsberatung

 

Kartenvorverkauf bei Dussmann – Das KulturKaufhaus: Telefon 030 | 20 25 11 11 oder ab 21.8. an der Kartenvorverkaufstelle der Berliner Philharmonie.

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2. September
Jahrestag des Bibliotheksbrandes

Termin:
02.09.2006 | Herzogin Anna Amalia Bibliothek, Studienzentrum

Beim Brand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek am 2. September 2004 wurden neben einem großen Teil der historischen Bausubstanz und Werken der Bildenden Kunst vor allem kulturgeschichtlich einmalige Buchbestände zerstört.

Die Bibliothek bemüht sich neben den Restaurierungsarbeiten auch um antiquarische Ersatzbescha!ungen. Dabei sollen vorrangig diejenigen Werke in einem möglichst entsprechenden Exemplar erworben werden, die vollständig verbrannt sind oder für die eine Restaurierung mit angemessenem Aufwand nicht mehr möglich ist.

In diesem Rahmen sind im Jahr 2005 insgesamt 3000 Werke des 16. bis 20. Jahrhunderts in den Bestand integriert worden. Dabei handelt es sich um 2000 Bücher, die nach dem Brand als Geschenke anderer Bibliotheken und von privater Seite angenommen wurden sowie um 1000 gezielte antiquarische Erwerbungen.

Während der Veranstaltung werden Bücher ausgestellt sein, die den Wiederaufbau der Buchbestände dokumentieren.


14 Uhr, Bücherkubus
Die Holz- und Farbrestaurierung im Rokokosaal der Herzogin Anna Amalia Bibliothek
Vortrag von Walther Grunwald, Architekt

15 Uhr, Bücherkubus
Schadensanalyse und Musterrestaurierung. Zum Stand der Buchrestaurierung zwei Jahre nach dem Brand
Vortrag von Dr. Jürgen Weber, Abteilungsleiter Sondersammlungen und Bestandserhaltung

16 Uhr, Bücherkubus
»Die Bibliothek brennt. Ein Bericht aus Weimar« (Wallstein 2006)
Lesung mit Dr. Michael Knoche, Direktor HAAB


· Eintritt frei

Klassik Stiftung Weimar
Projektmanagement Hilfe für Anna Amalia
Burgplatz 4
99423 Weimar
Tel 0 36 43 | 545-520 und -521
Fax 0 36 43 | 545-118

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Informationsveranstaltung zur Restaurierung von wasser-
und hitzegeschädigten Papiereinbänden

Die Veranstaltung richtet sich an Buch- und PapierrestauratorInnen.
Bitte beachten Sie, daß jede Werkstatt nur mit maximal zwei Personen teilnehmen darf.


Termine:
2. September 2006 und 11. September 2006

Ort:
Herzogin Anna Amalia Bibliothek, Studienzentrum, Hörsaal

Adresse:
Platz der Demokratie 4, 99423 Weimar

Kontakt:
Matthias Hageböck
Telefon: +49 (0) 3643 | 545-235
Telefax: +49 (0) 3643 | 545-220

E-Mail: matthias.hageboeck@klassik-stiftung.de

Wir bitten um Ihre verbindliche Anmeldung bis zum 01. August 2006. Die Teilnehmerzahl ist auf jeweils 40 Personen begrenzt (je Werkstatt 2). Die TeilnehmerInnen werden nach dem Eingangsdatum der schriftlichen Anmeldung berücksichtigt.

Das Anmeldeformular: PDF Anmeldung.pdf

Zu den Beständen, die durch den Brand am 2./3. September 2004 beschädigt worden sind, gehören ca. 5.000 Papierbände aus dem 18. und 19. Jahrhundert (vergleiche die folgenden Fotos). Es handelt sich dabei um Bände, die mit unterschiedlichen Buntpapieren (Marmor-, Kleister-, einseitig gestrichene Papiere) bezogen sind.

Die HAAB bereitet die Ausschreibungen zur Vergabe der Restaurierungsarbeiten vor und möchte vor Ort über Art und Umfang der Schäden, Restaurierungsziele, Termine und Verfahren der Auftragsvergabe informieren. Die ersten Ausschreibungen werden voraussichtlich im November 2006 im Thüringer Staatsanzeiger (http://www.husemann-eisenach.de/aot_index.html) veröffentlicht.

Im Zusammenhang mit der Veranstaltung werden keine Aufträge vergeben. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist nicht Voraussetzung für den Erhalt eines Auftrages und berechtigt auch nicht dazu. Zur Restaurierung der wasser- und hitzegeschädigten Leder-, Pergament- und Gewebebände werden in den nächsten Jahren eigene Informationsveranstaltungen angeboten.



 

10:00 Uhr

Anmeldung, Studienzentrum der Herzogin Anna Amalia Bibliothek

(Foyer Studienzentrum, Empfangstresen)

11:00 Uhr

Begrüßung

Dr. Michael Knoche

Einführung

Dr. Jürgen Weber

11:20 Uhr

Aufgaben und Organisation der hauseigenen Restaurierungswerkstatt

Matthias Hageböck

11:30 Uhr

Schadensbilder, Restaurierungsziele, Musterrestaurierungen

Corinna Herrmann

12:30 Uhr

Restaurierungsdokumentation

Nanett Woithe

13:00 Uhr

Ausschreibung und Auftragsvergabe

Dr. Wolfgang Metzger

13:30 Uhr

Pause

14:30 Uhr

Besichtigung der Schäden und Musterrestaurierungen im Original und Informationsgespräche

17:00 Uhr

Ende

Moderation

Matthias Hageböck




Beispiele für Beschädigungen

 

HAAB
Welligkeit durch Nässe

HAAB
Papiereinband, Wasserschaden, Rücken gelöst

HAAB
Typischer Querschnitt durch die Schäden

HAAB
Marmorpapiereinband, gebrochener Kartonrücken, Überzug durch Wasser abgelöst, z.T. verloren

HAAB
Detail: Gelöster Rückenüberzug, Verklebung auf dem Deckel

HAAB
Wassergeschädigter Papiereinband mit Abziehkleister, Fehlstellen, Verklebungen, Rücken gelöst

Fotos: KSW
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Erste Lücken im Bestand geschlossen – Restaurierungskonzept für 22.000 Bücher

Weimar, den 21. Juli 2006

Knapp zwei Jahre nach dem Brandunglück wird in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar am Restaurierungskonzept für 22.000 Bücher gearbeitet. Für die von Wasser, Rauch und Hitze beschädigten wertvollen historischen Bände aus dem 16. bis zum 20.Jahrhundert gibt es keine Routineverfahren. Anhand von Musterbänden werden deshalb Anforderungen und Möglichkeiten für die Restaurierung der unterschiedlichen Materialien untersucht. Im Rahmen von zwei Forschungsprojekten an der Universität in Köln sowie im Leipziger Zentrum für Bucherhaltung wird darüber hinaus geprüft, inwieweit Schadstoffe, die durch Löschmittelzusätze und Rauch in die Papiere gelangten, eine zusätzliche Behandlung verlangen. Die Ergebnisse dieser Projekte, bei denen u. a. auch Papiere künstlich gealtert werden, um zu erfahren, ob und durch welche Chemikalien dem Material auf lange Sicht weitere Verluste drohen, sollen im Herbst vorliegen. Noch in diesem Jahr, so das Ziel, will die Bibliothek die ersten Aufträge für die Restaurierung von rund 5000 Büchern mit Papiereinbänden ausschreiben.
In der Nacht vom 2. auf den 3. September 2004 verlor die Herzogin Anna Amalia Bibliothek 50.000 Bücher. Von den 62.000 Bänden, die zum Teil schwer beschädigt aus dem brennenden Gebäude gerettet wurden, sind nach bisherigen Untersuchungen nur etwa 60 Prozent wieder in den Bestand integrierbar. Rund 11.000 Bände mit nur leichteren Schäden sind inzwischen wieder für die Benutzung bereit. 22.000 vor allem durch Wasser, aber auch Hitze und Rauch geschädigte Bücher werden restaurierbar sein. Die Gefriertrocknung für diese Bücher ist abgeschlossen. Sie sind nach Materialgruppen geordnet in einem Sondermagazin untergebracht, wo noch bis zum Jahresende die letzten Schadensanalysen erfolgen. Von den vom Feuer stark in Mitleidenschaft gezogenen Büchern sind etwa 1000 wieder in Weimar. Der überwiegende Teil, rund 27.000 Bände, befindet sich noch zur Gefriertrocknung im Leipziger Zentrum für Bucherhaltung. Diese Bücher bzw. Buchreste werden nur in Ausnahmefällen restauriert werden können.
Abgeschlossen sind außerdem die Arbeiten an mehr als 41.000 Büchern sowie 5000 Grafiken, die das Feuer im Dachgeschoss des benachbarten Coudray-Anbaus mit nur leichten Rauch- und Wasserschäden überstanden hatten. Diese Materialien waren wegen der Kontamination mit Holzschutzmitteln bereits seit August 2000 für die Benutzung gesperrt. Im Leipziger Zentrum für Bucherhaltung wurden sie gereinigt und so weit behandelt, dass sie Nutzern wieder zur Verfügung stehen.
Durch Schenkungen und antiquarische Ankäufe hat die Weimarer Bibliothek erste Lücken im Bestand wieder geschlossen. Knapp 5000 Titel aus der Zeit vom 16. bis zum 20. Jahrhundert stehen auf diese Weise den Lesern bereits wieder zur Verfügung; ca. 1400 davon sind bibliographisch identische Ersatzexemplare für die Verluste. Unter den herausragenden Geschenken sind Klassikerausgaben wie Ciceros Philosophica oder Lukrez-Ausgaben des 17. und 18. Jahrhunderts sowie einzelne seltene Drucke des 16. Jahrhunderts. Nach Schätzungen werden rund 70 Prozent der verlorenen Bücher wiederbeschafft werden können. Allerdings muß dafür mit einem Zeitraum von mindestens drei Jahrzehnten und Kosten in Höhe von ca. 47 Millionen Euro gerechnet werden. Dafür wie auch für die Restaurierung der Bücher, für die rund 20 Millionen Euro gebraucht werden, bleibt die Bibliothek auf die Hilfe Dritter angewiesen. Bislang stehen aus Spenden und öffentlichen Zuwendungen 17,5 Millionen Euro zur Verfügung. Rund 3,2 Millionen Euro davon wurden bereits für die Erstbehandlung der Bücher und Vorbereitung der Buchrestaurierung aufgewendet.
Gesichert ist die Sanierung des historischen Bibliotheksgebäudes für rund 11,4 Millionen Euro. Im Oktober 2007 soll der aus dem 16. Jahrhundert stammende Bau als Zentrum für das alte Buch wiedereröffnet werden. Im Rokokosaal, der vor der Brandkatastrophe mit seinen Büchergalerien und zahlreichen Kunstwerken zu den schönsten Bibliotheksräumen in Mitteleuropa zählte, sind derzeit die Holzrestauratoren am Werk. Vorbild für die Wiederherstellung ist die Glanzzeit der Bibliothek um 1850. Diese Fassung entspricht in Raumarchitektur sowie der Ausstattung mit Büchern, Bildern und Büsten weitgehend dem Eindruck, wie er sich bis zum September 2004 erhalten hatte. Einzige Ausnahme ist die Farbigkeit, die vom gewohnten gelblichen Weiß zu einem blassen Blau wechseln wird. Blau war die Farbe, die der Saal unmittelbar um 1766 unmittelbar nach dem Bau erhielt. Parallel zur Innensanierung haben im Frühsommer Arbeiten an der Fassade begonnen.