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Kunstwerke in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek

Zu den unwiederbringlichen Verlusten der Herzogin Anna Amalia Bibliothek gehören 35 Gemälde, die sich im Treppenaufgang zum 3. Obergeschoss sowie im 3. Obergeschoss auf der 2. Galerie befunden haben und die dort vollständig verbrannt sind. Diese Gemälde hatten wie auch die anderen Kunstwerke im Laufe der Zeit wechselnde Standorte innerhalb der Bibliothek, abhängig vom jeweiligen Zeitgeschmack oder einem gewandelten öffentlichen Interesse. Ihr Verlust reißt eine Lücke innerhalb des Gesamtzusammenhanges der übrigen Bildnisse und der Büsten von Dichtern, Staatsmännern, Gelehrten und Komponisten.

Ein Teil dieser Gemälde bildete bereits mit der Ersteinrichtung der Bibliothek von 1766 den Kernbestand der Ausstattung des Rokokosaales. Die aus dem 17. und frühen 18. Jahrhundert stammenden Porträts prominenter Vorfahren des herzoglichen Hauses waren aus dem Residenzschloß versetzt worden, um in dem repräsentativen neuen Schauraum eine Ahnenreihe zusammen mit Vertretern wichtiger europäischer Adelsgeschlechter zu bilden. Zu den jetzigen Verlusten gehören sechs Doppelporträts u.a. mit den Bildnissen zweier Kurfürsten von Sachsen sowie des Königspaares Anna und Jacob von England. Besonders schmerzlich ist der Verlust eines Halbfigurenbildnisses des Herzogs Friedrich Wilhelm von Sachsen-Weimar-Altenburg (1562–1602) aus dem Jahre 1602, eines der seltenen signierten Zeugnisse des in Weimar ansässigen Malers Christian Leutloff.

Im 19. Jahrhundert wurde der Bibliothekssaal zusätzlich mit Porträts zeitgenössischer Persönlichkeiten ausgestattet. Ein Beispiel dafür ist das nun verlorene Selbstbildnis des Weimarer Hofmalers Ferdinand Jagemann (1780–1820), ein anderes das Porträt der Geliebten des Herzogs Carl August, der gefeierten Schauspielerin Henriette Caroline von Heygendorff in einer ihrer Rollen. Zu den vernichteten Kunstwerken aus dem 19. Jahrhundert gehören außerdem Gemälde, die an wichtige Geistesgrößen der Vergangenheit erinnern sollten. Die Darstellung des Reformators »Martin Luther auf dem Sterbebett« von Adam Weise (1776–1835) gehört zu diesen Verlusten.

Als einzige Allegorie und als eine Art Leitbild für das Kunstprogramm der Bibliothek war das Gemälde »Der Genius des Ruhms« von Johann Heinrich Meyer (1760–1832) an einer exponierten Stelle in der Mitte des Deckenspiegels angebracht. Von dem verbrannten Leinwandbild hat sich lediglich der verkohlte Keilrahmen erhalten.